Es gibt Kampfsportarten, die Angriff und Verteidigung gleichermaßen abdecken. Andere Kampfkünste dienen überwiegend der Verteidigung. So z. B. Taekwondo, Hapkido und Muay Thai. Was diese Kampfkünste besonders macht können Sie hier nachlesen.

Taekwondo

Taekwondo ist eine südkoreanische Kampfkunst. Schnelligkeit und Dynamik sind unerlässlich dafür. Tae steht für die Fußtechniken, Kwon für die Handtechniken und Do für den Weg. Beim Taekwondo dominieren eindeutig die Fußtechniken. Die Handtechniken dienen überwiegend als Abwehrblöcke. Jeder der eine Kampfkunst richtig ausüben möchte, muss bereit sein, an sich und seinem Körper zu arbeiten. Im Taekwondo gibt es dafür verschiedene Disziplinen. Es gibt die Grundschule. Hier werden alle Techniken und Bewegungsabläufe wiederholt. Bei dieser Kampfkunst handelt es sich um keine Vollkontaktsportart. Es sei denn es handelt sich um Wettkampftraining. Dies ist die Vorbereitung für einen echten Kampf und es wird mit Schutzausrüstung trainiert. Abhängig von der Taekwondo Stilrichtung mit Weste, Kopfschutz, Tiefschutz, Ellenbogenschoner, Zahnschutz, Schienbeinschoner, Fußschutz und Handschutz. Wer sich nicht auf den Wettkampf spezialisieren will, hat die Möglichkeit Formen zu laufen. Hierbei handelt es sich um feste Bewegungsabläufe, die eine Verteidigung bei vier Gegnern simuliert.

Unterschiedliche Stilrichtungen

Im Taekwondo werden zwei Haupt-Stilrichtungen unterschieden. Die WTF (World-Taekwondo-Federation) und die ITF (International-Taekwondo-Federation). Hieraus ergeben sich jedoch noch weitere Stilrichtungen, wie z. B. die DTU (Deutsche Taekwondo Union). Die unterschiedlichen Stilrichtungen kommen im Formenlauf und im Wettkampf zum Tragen. In der Stilrichtung WTF werden Poomse Formen gelaufen und in der Stilrichtung ITF Hyeong und Tul. Im Taekwondo trainiert man komplett in weißer Kleidung. Je nach Graduierung tragen die Schüler verschiedene Gürtel. Mit dem Weißen fängt es an. Bis zum nächsten Gurt gibt es immer einen Zwischenschritt. Der nächste Gürtel ist also der weiß-gelbe, danach der gelbe. Gefolgt von grün, grün-blau, blau, blau-rot, rot, rot-schwarz und dem ersten schwarzen Gürtel, dem ersten Dan. Bis zum fünften Dan müssen Prüfungen abgelegt werden. Vom fünften bis zum neunten Dan können die Gürtel auch verliehen werden.

Hapkido

Die Kampfkunst Hapkido gehört zu den bekanntesten koreanischen Kampfkünsten. Hapkido bedient sich viel den Hebeltechniken. Für die Zuschauer sieht das Abwehren von Angriffen recht einfach aus, weil der Angegriffene oft nur dasteht und eine Handbewegung macht. Die Bewegungen finden überwiegend kreisförmig statt und werden fließend ausgeübt. Hinzu kommen Tritttechniken sowie Schlag- und Wurftechniken. Diese werden je nach Stil angewendet. Hapkido steht für Hap (verbindet Geist und Seele), Ki (steht für Lebensenergie) und Do (steht für den Weg oder die Lehre). Mit Hapkido können Angriffe aus naher Distanz abgewehrt werden. Da es rein um die richtige Technik und nicht um Kraft geht, eignet sich diese Kampfkunst besonders für Kinder oder auch Menschen, die nicht so viel Kraft haben. Denn die Hebeltechniken sind sehr effektiv, so dass auch ein Kind einen erwachsenen Mann zu Fall bringen kann. Hosin-sul ist eine Stilrichtung. Dies ist die reine Selbstverteidigung durch z. B. Hebelgriffe, Schläge, Stöße und Fußtritte. Es wird zusätzlich gelehrt Angriffe mit Waffen abzuwehren. Die Fallschule ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Hapkido Kampfsportes. Dies ist die Grundlage um bei Partnerübungen richtig fallen zu können. Denn auch das will gelernt werden wenn es zum Freikampf, dem Daeryeon kommt. Genau wie im Taekwondo werden beim Hapkido auch Formen gelaufen. Dies kommt jedoch auf die Stilrichtung an. Nicht alle Hapkido Schüler laufen auch Formen.

Graduierung

Je nach Stilrichtung variiert die Graduierung. Bei der Stilrichtung Hapkido gleichermaßen zehn Kup-Grade, also Farbgurte und auch zehn Dan-Grade, also Schwarzgurte.

Muay Thai

Muay Thai oder auch Thaiboxen genannt ist eine Vollkontaktsportart aus Thailand und ist nicht nur zur Verteidigung gedacht. Inzwischen gibt es aber viele Regeln, sodass diese Kampfkunst einigermaßen kontrolliert ausgeübt werden kann. Es gibt viele verschiedene Verbände. Das sogenannte Clinchen ist ein großer Bestandteil von Muay Thai. Aber auch Ellenbogen und Knie kommen zum Einsatz. Als Sportler muss man sehr abgehärtet sein, denn es gibt so gut wie keine Schutzausrüstung. So ist z. B. der bekannteste Kick der mit dem Schienbein auf den Rippenbereich oder den Oberschenkel. Je nach Graduierung und Regelwerk, können auch Knietritte zulässig sein, die zum Kopf gehen. Das Clinchen findet im Stehen statt. Es wird dabei versucht, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen. Eine gängige Methode sind hierbei Tritte mit den Knien gegen den Oberkörper oder die Oberschenkel. Trotz der Regelwerke zählt Muay Thai durch die hohe Verletzungsgefahr durch Ellenbogen- und Kniestöße weltweit zu den härtesten Kampfsportarten. Auch Faustschläge sind zulässig. Der Kopf wird dabei mit dem Faustrücken getroffen. In Thailand sind Thaiboxer sogar Idole, die sehr geachtet sind.

Unerlaubte Techniken

Trotz der hohen Verletzungsgefahr gibt es auch unerlaubte Techniken. Dazu gehören Stöße mit dem Kopf. In der Urform des Thaiboxens war dies noch erlaubt. Liegt der Gegner bereits am Boden, ist ein Nachschlagen verboten. Dies wird jedoch in Thailand gern toleriert. Unerlaubt sind ebenfalls Schläge oder Tritte auf den Hinterkopf, auch auf das Knie und den Unterleib. Genauso sind Schlag- und Tritttechniken nicht erlaubt, die Richtung Genitalien gehen.

 

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