Die effektivste Kampfsportart

Alle Kampfsportarten üben eine große Faszination auf Zuschauer aus und sind für die Sportler ein toller Weg fit zu werden und zu bleiben. Doch der eigentliche Wert des Trainings und der erreichten Perfektion ergibt sich aus ihrer „Straßentauglichkeit“. Der Effizienz, mit der ein realer Angriff auf Leib und Leben in der Praxis erfolgreich abgewehrt werden kann. Die folgenden Kampfsportarten sind für die Selbstverteidigung in einem Straßenkampf besonders gut geeignet:

Platz #10 – Kickboxen

Zur Selbstverteidigung nutzt das Kickboxen schnelle und den Angreifer verwirrende Kombinationen von Schlägen mit den Fäusten, Knien und Füßen. Eine sehr verbreitete Form des Kickboxens ist das Muay Thai, die Kunst der acht Gliedmaßen. Ein passender Name, schließlich beherrscht ein guter Kickboxer seine „Waffen“, seine Hände, Knie, Füße, Ellbogen und seinen Kopf.

Platz #9 – Karate

Beim Karate liegt das besondere Augenmerk auf die Angriffsabwehr. Kaum ein Angreifer auf der Straße hat irgendeine Erfahrung mit Kampfsport und so sind die Attacken fast immer direkt und geradlinig. Ein geübter Karate Kämpfer kann solch einem Angriff problemlos ausweichen und seinerseits nun schnelle, harte Schläge in empfindliche Körperregionen landen, denen der Gegner nichts entgegenzusetzen hat.

Platz #8 – Aikido

Aikido beruht auf der Philosophie, dass jeder Angriff zwangsläufig die Verteidigung schwächt. Wer also nicht selbst attackiert, ist unangreifbar. Der durch Steven Seagal aus Film und Fernsehen bekannteste „Move“ des Aikido ist der Kote Gaeshi und gehört in jedes Selbstverteidigungsarsenal. Richtig, schnell und hart durchgeführt, wird der Angreifer mit dieser „Unterarm Rückgabe“ sofort auf sehr schmerzhafte Art und Weise außer Gefecht gesetzt.

Platz #7 – Wing Chun

Wing Chun Kung-Fu ist wegen seiner kurzen Reichweite besonders für Frauen geeignet, die sich gegen einen männlichen Angreifer wehren müssen. Je näher sich die beiden Kämpfer sind, desto einfacher ist es bei dieser Kampfsportart für den kleineren, normalerweise schwächeren von beiden, in die Reichweite des Größeren einzudringen und somit seine Verteidigung zu durchbrechen.

Platz #6 – Jiu-Jitsu

Jiu-Jitsu ist wohl der vielseitigste Kampfsport in diesen Top 10. Der Kämpfer nutzt alle ihm zur Verfügung stehende Möglichkeiten, wie schlagen, treten, werfen, stoßen und hebeln, aber auch beißen oder würgen, um seinen Angreifer zu besiegen. Dabei hilft ihm auch das Wissen über seinen eigenen Schwerpunkt und vor allem den seines Gegners.

Platz #5 – Jeet Kune Do

Bruce Lee hatte diese Vision von einem „Stil ohne Stil“. Heute vereint Jeet Kune Do Charakteristiken von Wing Chun ebenso wie Jiu-Jitsu. Am wichtigsten ist jedoch die ständige Bewegung und die mentale Befreiung von Regeln und Vorstellungen, die totale Konzentration auf die jetzige Situation. Alles andere ist, laut Bruce Lee, nur unnötiger, verlangsamender Ballast. Trainierte Jeet Kune Do Kämpfer schaffen es, die Kehle des Gegners 10 Mal in der Sekunde zu treffen.

Platz #4 – Boxen

Um einen gefährlichen Angreifer außer Gefecht zu setzen, ist manchmal nur ein einziger Schlag notwendig. Das ist alles, was ein Boxer braucht. Immerhin trainieren Boxer durchschnittlich 4 Jahre, um ihre Faustschläge richtig zu platzieren. Schließlich sind das seine einzigen erlaubten „Waffen“. Ein guter Boxer nutzt deshalb seine Fäuste schneller, härter und akkurater als jeder andere Kampfsportler auf diesem Planeten.

Platz #3 – brasilianisches Jiu-Jitsu

Dieser Hybrid nutzt zum üblichen Jiu-Jitsu auch den direkten harten Kampf auf dem Boden. Wer diesen Kampfsport beherrscht ist in der Lage, den Arm oder das Bein des Gegners problemlos zu fixieren und am Gelenk zu brechen. Eine gute Beinarbeit immobilisiert den Angreifer, während eigene Schläge mit der Faust oder dem Ellbogen in das Gesicht des Gegners den Kampf schnell und souverän entscheiden.

Platz #2 – Keysi

Wer Chris Nolan’s Batman Filme gesehen hat, kennt auch die relativ neu entwickelte Keysi Kampf Methode. Mit diesem Kampfsport kann nach einigen Jahren Training jeder zur Selbstverteidigungsmaschine werden und selbst einen Kampf gegen 20 Angreifer zur gleichen Zeit erfolgreich bestehen. Keysi ist schnell, „dreckig“ und brutal. Anstelle von Fußtritten liegt hier die Konzentration auf dem extremen Nahkampf mit Fäusten, Knien und Kopf, aber besonders den Ellbogen. Keysi besteht aus Elementen des Jiu-Jitsu, Aikido, Wing Chun und Jeet Kune Do und nutzt jede potenzielle Waffe in der Nähe.

Platz #1 – Krav Maga

Keine andere Kampfsportart ist so perfekt auf den Straßenkampf ausgerichtet wie diese für die israelische Armee entwickelte Methode. Sie beinhaltet den Faustkampf des westlichen Boxens, die Tritte des Karate, den Bodenkampf des brasilianischen Jiu-Jitsu, das Werfen und Hebeln des konservativen Jiu-Jitsu, das „platzen“ des Wing Chun sowie griechisch-römisches Ringen. Beim Krav Maga wird simultan angegriffen und verteidigt. In nur 3 bis 6 Monaten können die wichtigsten Bewegungen bereits beherrscht und Angriffe jeder Art erfolgreich abgewehrt werden.

 

Selbstverteidigung – Taekwondo, Hapkido, Muay Thai

Es gibt Kampfsportarten, die Angriff und Verteidigung gleichermaßen abdecken. Andere Kampfkünste dienen überwiegend der Verteidigung. So z. B. Taekwondo, Hapkido und Muay Thai. Was diese Kampfkünste besonders macht können Sie hier nachlesen.

Taekwondo

Taekwondo ist eine südkoreanische Kampfkunst. Schnelligkeit und Dynamik sind unerlässlich dafür. Tae steht für die Fußtechniken, Kwon für die Handtechniken und Do für den Weg. Beim Taekwondo dominieren eindeutig die Fußtechniken. Die Handtechniken dienen überwiegend als Abwehrblöcke. Jeder der eine Kampfkunst richtig ausüben möchte, muss bereit sein, an sich und seinem Körper zu arbeiten. Im Taekwondo gibt es dafür verschiedene Disziplinen. Es gibt die Grundschule. Hier werden alle Techniken und Bewegungsabläufe wiederholt. Bei dieser Kampfkunst handelt es sich um keine Vollkontaktsportart. Es sei denn es handelt sich um Wettkampftraining. Dies ist die Vorbereitung für einen echten Kampf und es wird mit Schutzausrüstung trainiert. Abhängig von der Taekwondo Stilrichtung mit Weste, Kopfschutz, Tiefschutz, Ellenbogenschoner, Zahnschutz, Schienbeinschoner, Fußschutz und Handschutz. Wer sich nicht auf den Wettkampf spezialisieren will, hat die Möglichkeit Formen zu laufen. Hierbei handelt es sich um feste Bewegungsabläufe, die eine Verteidigung bei vier Gegnern simuliert.

Unterschiedliche Stilrichtungen

Im Taekwondo werden zwei Haupt-Stilrichtungen unterschieden. Die WTF (World-Taekwondo-Federation) und die ITF (International-Taekwondo-Federation). Hieraus ergeben sich jedoch noch weitere Stilrichtungen, wie z. B. die DTU (Deutsche Taekwondo Union). Die unterschiedlichen Stilrichtungen kommen im Formenlauf und im Wettkampf zum Tragen. In der Stilrichtung WTF werden Poomse Formen gelaufen und in der Stilrichtung ITF Hyeong und Tul. Im Taekwondo trainiert man komplett in weißer Kleidung. Je nach Graduierung tragen die Schüler verschiedene Gürtel. Mit dem Weißen fängt es an. Bis zum nächsten Gurt gibt es immer einen Zwischenschritt. Der nächste Gürtel ist also der weiß-gelbe, danach der gelbe. Gefolgt von grün, grün-blau, blau, blau-rot, rot, rot-schwarz und dem ersten schwarzen Gürtel, dem ersten Dan. Bis zum fünften Dan müssen Prüfungen abgelegt werden. Vom fünften bis zum neunten Dan können die Gürtel auch verliehen werden.

Hapkido

Die Kampfkunst Hapkido gehört zu den bekanntesten koreanischen Kampfkünsten. Hapkido bedient sich viel den Hebeltechniken. Für die Zuschauer sieht das Abwehren von Angriffen recht einfach aus, weil der Angegriffene oft nur dasteht und eine Handbewegung macht. Die Bewegungen finden überwiegend kreisförmig statt und werden fließend ausgeübt. Hinzu kommen Tritttechniken sowie Schlag- und Wurftechniken. Diese werden je nach Stil angewendet. Hapkido steht für Hap (verbindet Geist und Seele), Ki (steht für Lebensenergie) und Do (steht für den Weg oder die Lehre). Mit Hapkido können Angriffe aus naher Distanz abgewehrt werden. Da es rein um die richtige Technik und nicht um Kraft geht, eignet sich diese Kampfkunst besonders für Kinder oder auch Menschen, die nicht so viel Kraft haben. Denn die Hebeltechniken sind sehr effektiv, so dass auch ein Kind einen erwachsenen Mann zu Fall bringen kann. Hosin-sul ist eine Stilrichtung. Dies ist die reine Selbstverteidigung durch z. B. Hebelgriffe, Schläge, Stöße und Fußtritte. Es wird zusätzlich gelehrt Angriffe mit Waffen abzuwehren. Die Fallschule ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Hapkido Kampfsportes. Dies ist die Grundlage um bei Partnerübungen richtig fallen zu können. Denn auch das will gelernt werden wenn es zum Freikampf, dem Daeryeon kommt. Genau wie im Taekwondo werden beim Hapkido auch Formen gelaufen. Dies kommt jedoch auf die Stilrichtung an. Nicht alle Hapkido Schüler laufen auch Formen.

Graduierung

Je nach Stilrichtung variiert die Graduierung. Bei der Stilrichtung Hapkido gleichermaßen zehn Kup-Grade, also Farbgurte und auch zehn Dan-Grade, also Schwarzgurte.

Muay Thai

Muay Thai oder auch Thaiboxen genannt ist eine Vollkontaktsportart aus Thailand und ist nicht nur zur Verteidigung gedacht. Inzwischen gibt es aber viele Regeln, sodass diese Kampfkunst einigermaßen kontrolliert ausgeübt werden kann. Es gibt viele verschiedene Verbände. Das sogenannte Clinchen ist ein großer Bestandteil von Muay Thai. Aber auch Ellenbogen und Knie kommen zum Einsatz. Als Sportler muss man sehr abgehärtet sein, denn es gibt so gut wie keine Schutzausrüstung. So ist z. B. der bekannteste Kick der mit dem Schienbein auf den Rippenbereich oder den Oberschenkel. Je nach Graduierung und Regelwerk, können auch Knietritte zulässig sein, die zum Kopf gehen. Das Clinchen findet im Stehen statt. Es wird dabei versucht, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen. Eine gängige Methode sind hierbei Tritte mit den Knien gegen den Oberkörper oder die Oberschenkel. Trotz der Regelwerke zählt Muay Thai durch die hohe Verletzungsgefahr durch Ellenbogen- und Kniestöße weltweit zu den härtesten Kampfsportarten. Auch Faustschläge sind zulässig. Der Kopf wird dabei mit dem Faustrücken getroffen. In Thailand sind Thaiboxer sogar Idole, die sehr geachtet sind.

Unerlaubte Techniken

Trotz der hohen Verletzungsgefahr gibt es auch unerlaubte Techniken. Dazu gehören Stöße mit dem Kopf. In der Urform des Thaiboxens war dies noch erlaubt. Liegt der Gegner bereits am Boden, ist ein Nachschlagen verboten. Dies wird jedoch in Thailand gern toleriert. Unerlaubt sind ebenfalls Schläge oder Tritte auf den Hinterkopf, auch auf das Knie und den Unterleib. Genauso sind Schlag- und Tritttechniken nicht erlaubt, die Richtung Genitalien gehen.