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Der Selbstverteidigungsschirm im Test

Ein Regenschirm, mit dem du dich selbst verteidigen kannst? Richtig gelesen! Dass ein Schirm sich gut eignet, um Angreifer auf Distanz zu halten, ist wohl keine Überraschung – der Schirm, den du heute kennenlernst, ist aber viel mehr als das, denn:

Er ist „praktisch unzerbrechlich“.

Grund dafür ist die besondere Konstruktion und das Material, aus dem der Stab in der Mitte des Schirms gefertigt ist – das sollte man bei Preisen zwischen 79 und 109 Euro aber auch erwarten dürfen.

Was der Schirm wirklich zu bieten hat, welche Varianten es gibt und ob die Schirme den hohen Preis wert sind, das erfährst du in unserer Einschätzung an dieser Stelle.

Ein ganz normaler Regenschirm?

Ja und nein – auf den ersten Blick ist der Selbstverteidigungsschirm von einem klassischen Regenschirm aber nicht zu unterscheiden, was auch einer der großen Vorteile des Gadgets sein soll:

Der Angreifer und auch andere Personen können nicht erkennen, dass es sich hier um eine besondere Variante handelt – es scheint sich ganz einfach um einen eleganten, minimalistischen und angenehm großen Regenschirm mit Holzgriff zu handeln.

Und in dieser Funktion eingesetzt leistet er natürlich auch ganz gewohnt seinen Dienst, indem er den Regen fernhält – schließlich trägst du diesen Schirm nur für den Fall der Fälle und wir hoffen, dass du sein ganzes Potential nie nutzen musst.

Sollte es aber dazu kommen, ist der Schirm bestens gerüstet:

Die Besonderheit

Die Bespannung und die Streben scheinen sich nicht wirklich von jedem anderen hochwertigen Regenschirm zu unterscheiden – sie sind aber auch nicht das, was den Selbstverteidigungsschirm zum effizienten Werkzeug in Gefahrensituationen macht.

Der entscheidende Unterschied findet sich stattdessen im Inneren: der Stab des Schirms, an dessen Enden eine Edelstahlspitze beziehungsweise ein Holzgriff angebracht sind, ist nämlich nicht nur auf ein möglichst geringes Gewicht ausgelegt, wie das bei den meisten Regenschirmen ist – dieser Schirm trägt ein Geheimnis unter der Bespannung:

Fiberglas sorgt für extreme Stabilität.

Der Hersteller wirbt damit, dass der Schirm das Gewicht einer 100 Kilo schweren Person aushält und die Schlagkraft eines Stahlrohres hat – und tatsächlich empfinden wir den Schirm als außerordentlich robust und schlagkräftig.

Das Fiberglas sorgt dabei dafür, dass das Ganze zwar so schlagkräftig wie ein Stahlrohr wird, allerdings nicht so schwer – mit knapp 700 Gramm für die von uns betrachtete Standardvariante mit Knauf ist der Schirm dennoch schwerer, als man das von den leichten Varianten kennt, auf die wohl die meisten Menschen heutzutage setzen.

Wie sieht es gesetzlich aus?

Schaut man sich all diese Infos zum Sicherheitsschirm an, bekommt man den Eindruck, dass dieses Instrument zur Selbstverteidigung schon fast wie eine Waffe einzusetzen ist – und fragt sich vielleicht, ob es hier keine gesetzlichen Vorgaben gibt, die den Einsatz entsprechend regeln.

Tatsächlich handelt es sich gesetzlich nach Auskunft des Herstellers aber nicht um ein Werkzeug zur Selbstverteidigung oder gar eine Waffe, sondern ganz einfach um einen Regenschirm aus einem besonders stabilen, laut Hersteller „praktisch unzerbrechlichen“ Material – und damit könnt ihr den Schirm problemlos in jeder Situation mitführen.

Und das ist nicht nur der Fall, weil man den Schirm von außen ohnehin nicht von einer klassischen Variante unterscheiden kann – laut Werbeaussage wurde der Schirm auch schon auf mehreren Flügen innerhalb Europas im Handgepäck mitgeführt, ohne dass es etwaige Probleme gab.

Das haben wir selbst noch nicht getestet, haben aber durch unseren persönlichen Eindruck keinen Zweifel daran, dass der Selbstverteidigungsschirm genau wie ein normaler Regenschirm angesehen und behandelt wird.

Die drei Varianten des Sicherheitsschirms

Im Onlineshop sind aktuell fünf Varianten des Sicherheitsschirms erhältlich, wobei wir sie der Übersichtlichkeit halber in drei Bereiche unterteilen wollen – jeder hat dabei seinen eigens zugedachten Einsatzbereich:

Die „Standardversion“

90 Zentimeter lang, 680 Gramm schwer und geöffnet mit einem Durchmesser von 112 Zentimetern – diese Variante ist die erste Version des Schirms und dabei gleichzeitig die größte und auch teuerste Variante.

Erhältlich ist eine Version mit Knauf für 99 Euro und eine mit Rundgriff für 109 Euro – wem ein großer Schirm wichtig ist, der ist mit dieser Version definitiv richtig beraten. Im Fall der Fälle ist er durch die Länge und das Gewicht allerdings im Vergleich zu den anderen Versionen etwas schwieriger zu handhaben.

Erhältlich ist er nur in schwarz – der Knauf kann wahlweise in den Varianten „Nussbaum“, „Buche schwarz gebeizt“ oder „Zwetschge“, der Rundhakengriff „schwarz gebeizt“ oder „nussbaumfarbig gebeizt“ erworben werden.

Der „Sicherheitsschirm für Frauen“

Mit 86 Zentimeter Länge etwas kürzer, nur 570 Gramm schwer und mit einem leicht kleineren Durchmesser von 107 Zentimetern im geöffneten Zustand – das macht den Sicherheitsschirm für Frauen vor allen Dingen leichter zu händeln und hat den angenehmen Nebeneffekt, dass er für 79 Euro zu haben ist.
Neben dem geringeren Gewicht gibt es bei dieser Variante aber noch einen Vorteil: Sie ist zwar nur mit Rundhakengriff, dafür aber in drei Farben erhältlich: Die Bespannung gibt es wahlweise in Schwarz, Aubergine oder Blau.

Der „City-Safety“ Schirm

Hierbei handelt es sich um eine Version, die für den Einsatz auf engerem Raum gedacht und entsprechend zehn Zentimeter kürzer ist als die Standardversion: 80 Zentimeter ist diese Variante lang, zum Gewicht macht der Hersteller leider keine Angabe. Geöffnet bringt er es auf einen Durchmesser von 96 Zentimetern.

Auch dieser Schirm ist nur in Schwarz erhältlich und auch hier gibt es verschiedene Holzversionen, aus denen Knauf beziehungsweise Rundhakengriff gefertigt werden – diese sind identisch mit denen der Standardversion.

Die Garantie

Was wäre ein „praktisch unzerbrechlicher“ Regenschirm ohne die passende Garantie für (fast) alle Fälle? Und genau die gibt es auf den Selbstverteidigungsschirm auch direkt vom Hersteller. Er schreibt dazu:

„Sollte der Stab bei normalem Gebrauch (was auch immer für den stärksten Spazierstock oder Schlagstock normal wäre) brechen, wird der Regenschirm ersetzt.“

Das bezieht sich allerdings nur auf den Stab in der Mitte des Schirms. Solltet ihr ihn tatsächlich zur Selbstverteidigung einsetzen müssen und der Bezug oder die Streben leiden darunter, könnt ihr den Sicherheitsschirm direkt beim Hersteller reparieren lassen – das dann allerdings nicht kostenlos.
Trotz allem ist diese Form der Garantie für uns angemessen und neben dem persönlichen Eindruck ein weiteres Indiz dafür, dass der Schirm dem ihm zugedachten Einsatzbereich gewachsen ist.

Für wen ist der Selbstverteidigungsschirm geeignet?

Auf der Website wirbt der Hersteller natürlich dafür, dass der Schirm das passende Selbstverteidigungswerkzeug für wirklich jeden ist – und natürlich hat so theoretisch jeder die Möglichkeit, sich gegen einen eventuellen Angriff zu wehren.

Wirklich effektiv wird der Schirm aber erst, wenn du weißt, wie du damit umgehst – denn sonst ist er im Ernstfall nicht mehr als ein unhandliches Stück Fiberglas, das schnell gegen dich eingesetzt werden kann.

Kein Wunder, dass der Hersteller in mehreren Videos vor allen Dingen mit Sicherheitsexperten wirbt, die verschiedene Kampfkünste beherrschen und den Schirm im Rahmen ihrer Tätigkeit, etwa als Personenschützer, einsetzen – denn dann handelt es sich hier tatsächlich um ein äußerst effektives Werkzeug.
Falls du den Umgang mit Selbstverteidigungswerkzeugen dieser Art nicht kennst, bietet der Hersteller einen Videokurs an, den er im Rahmen von Aktionen immer einmal wieder verschenkt – in unseren Augen ist es aber am sinnvollsten, einen passenden Selbstverteidigungskurs zu besuchen, falls du dich damit nicht ohnehin schon auskennst.

Fazit

Am Ende bleibt vom Schirm ein durchweg positives Bild: Er ist angesichts seiner Stabilität nicht zu schwer, sieht schick aus, seinen hohen Preis durchaus wert und kann im Ernstfall wirklich eine Hilfe sein – unter einer Voraussetzung:

Der Sicherheitsschirm ist erst dann wirklich hilfreich, wenn du mit ihm umzugehen weißt.

Für den ambitionierten Kampfsportler ist er deshalb sicher ein effektives Werkzeug – allerdings kannst du dich sicher auch ohne ein solches in den meisten Situationen adäquat verteidigen. Für uns bleiben deshalb am Ende zwei Einsatzbereiche am sinnvollsten:

Zum einen, wenn du dich mit Selbstverteidigung wenig auskennst und den Schirm nicht nur kaufst, sondern im Zuge eines Kurses lernst, damit umzugehen – denn dann kann er dir helfen, dich im Ernstfall adäquat zu verteidigen.

Und zum anderen für Personenschützer, die unauffällig ein Werkzeug zur Selbstverteidigung mit sich tragen wollen, das sie nicht erst aus einer Tasche ziehen müssen und das dazu einen praktischen Nutzen hat – denn unseres Eindrucks nach wurde der Schirm vor allen Dingen für diesen Einsatzzweck entwickelt.

Sicherheitsschirm hier anschauen

Die effektivste Kampfsportart

Alle Kampfsportarten üben eine große Faszination auf Zuschauer aus und sind für die Sportler ein toller Weg fit zu werden und zu bleiben. Doch der eigentliche Wert des Trainings und der erreichten Perfektion ergibt sich aus ihrer „Straßentauglichkeit“. Der Effizienz, mit der ein realer Angriff auf Leib und Leben in der Praxis erfolgreich abgewehrt werden kann. Die folgenden Kampfsportarten sind für die Selbstverteidigung in einem Straßenkampf besonders gut geeignet:

Platz #10 – Kickboxen

Zur Selbstverteidigung nutzt das Kickboxen schnelle und den Angreifer verwirrende Kombinationen von Schlägen mit den Fäusten, Knien und Füßen. Eine sehr verbreitete Form des Kickboxens ist das Muay Thai, die Kunst der acht Gliedmaßen. Ein passender Name, schließlich beherrscht ein guter Kickboxer seine „Waffen“, seine Hände, Knie, Füße, Ellbogen und seinen Kopf.

Platz #9 – Karate

Beim Karate liegt das besondere Augenmerk auf die Angriffsabwehr. Kaum ein Angreifer auf der Straße hat irgendeine Erfahrung mit Kampfsport und so sind die Attacken fast immer direkt und geradlinig. Ein geübter Karate Kämpfer kann solch einem Angriff problemlos ausweichen und seinerseits nun schnelle, harte Schläge in empfindliche Körperregionen landen, denen der Gegner nichts entgegenzusetzen hat.

Platz #8 – Aikido

Aikido beruht auf der Philosophie, dass jeder Angriff zwangsläufig die Verteidigung schwächt. Wer also nicht selbst attackiert, ist unangreifbar. Der durch Steven Seagal aus Film und Fernsehen bekannteste „Move“ des Aikido ist der Kote Gaeshi und gehört in jedes Selbstverteidigungsarsenal. Richtig, schnell und hart durchgeführt, wird der Angreifer mit dieser „Unterarm Rückgabe“ sofort auf sehr schmerzhafte Art und Weise außer Gefecht gesetzt.

Platz #7 – Wing Chun

Wing Chun Kung-Fu ist wegen seiner kurzen Reichweite besonders für Frauen geeignet, die sich gegen einen männlichen Angreifer wehren müssen. Je näher sich die beiden Kämpfer sind, desto einfacher ist es bei dieser Kampfsportart für den kleineren, normalerweise schwächeren von beiden, in die Reichweite des Größeren einzudringen und somit seine Verteidigung zu durchbrechen.

Platz #6 – Jiu-Jitsu

Jiu-Jitsu ist wohl der vielseitigste Kampfsport in diesen Top 10. Der Kämpfer nutzt alle ihm zur Verfügung stehende Möglichkeiten, wie schlagen, treten, werfen, stoßen und hebeln, aber auch beißen oder würgen, um seinen Angreifer zu besiegen. Dabei hilft ihm auch das Wissen über seinen eigenen Schwerpunkt und vor allem den seines Gegners.

Platz #5 – Jeet Kune Do

Bruce Lee hatte diese Vision von einem „Stil ohne Stil“. Heute vereint Jeet Kune Do Charakteristiken von Wing Chun ebenso wie Jiu-Jitsu. Am wichtigsten ist jedoch die ständige Bewegung und die mentale Befreiung von Regeln und Vorstellungen, die totale Konzentration auf die jetzige Situation. Alles andere ist, laut Bruce Lee, nur unnötiger, verlangsamender Ballast. Trainierte Jeet Kune Do Kämpfer schaffen es, die Kehle des Gegners 10 Mal in der Sekunde zu treffen.

Platz #4 – Boxen

Um einen gefährlichen Angreifer außer Gefecht zu setzen, ist manchmal nur ein einziger Schlag notwendig. Das ist alles, was ein Boxer braucht. Immerhin trainieren Boxer durchschnittlich 4 Jahre, um ihre Faustschläge richtig zu platzieren. Schließlich sind das seine einzigen erlaubten „Waffen“. Ein guter Boxer nutzt deshalb seine Fäuste schneller, härter und akkurater als jeder andere Kampfsportler auf diesem Planeten.

Platz #3 – brasilianisches Jiu-Jitsu

Dieser Hybrid nutzt zum üblichen Jiu-Jitsu auch den direkten harten Kampf auf dem Boden. Wer diesen Kampfsport beherrscht ist in der Lage, den Arm oder das Bein des Gegners problemlos zu fixieren und am Gelenk zu brechen. Eine gute Beinarbeit immobilisiert den Angreifer, während eigene Schläge mit der Faust oder dem Ellbogen in das Gesicht des Gegners den Kampf schnell und souverän entscheiden.

Platz #2 – Keysi

Wer Chris Nolan’s Batman Filme gesehen hat, kennt auch die relativ neu entwickelte Keysi Kampf Methode. Mit diesem Kampfsport kann nach einigen Jahren Training jeder zur Selbstverteidigungsmaschine werden und selbst einen Kampf gegen 20 Angreifer zur gleichen Zeit erfolgreich bestehen. Keysi ist schnell, „dreckig“ und brutal. Anstelle von Fußtritten liegt hier die Konzentration auf dem extremen Nahkampf mit Fäusten, Knien und Kopf, aber besonders den Ellbogen. Keysi besteht aus Elementen des Jiu-Jitsu, Aikido, Wing Chun und Jeet Kune Do und nutzt jede potenzielle Waffe in der Nähe.

Platz #1 – Krav Maga

Keine andere Kampfsportart ist so perfekt auf den Straßenkampf ausgerichtet wie diese für die israelische Armee entwickelte Methode. Sie beinhaltet den Faustkampf des westlichen Boxens, die Tritte des Karate, den Bodenkampf des brasilianischen Jiu-Jitsu, das Werfen und Hebeln des konservativen Jiu-Jitsu, das „platzen“ des Wing Chun sowie griechisch-römisches Ringen. Beim Krav Maga wird simultan angegriffen und verteidigt. In nur 3 bis 6 Monaten können die wichtigsten Bewegungen bereits beherrscht und Angriffe jeder Art erfolgreich abgewehrt werden.

 

Selbstverteidigung – Taekwondo, Hapkido, Muay Thai

Es gibt Kampfsportarten, die Angriff und Verteidigung gleichermaßen abdecken. Andere Kampfkünste dienen überwiegend der Verteidigung. So z. B. Taekwondo, Hapkido und Muay Thai. Was diese Kampfkünste besonders macht können Sie hier nachlesen.

Taekwondo

Taekwondo ist eine südkoreanische Kampfkunst. Schnelligkeit und Dynamik sind unerlässlich dafür. Tae steht für die Fußtechniken, Kwon für die Handtechniken und Do für den Weg. Beim Taekwondo dominieren eindeutig die Fußtechniken. Die Handtechniken dienen überwiegend als Abwehrblöcke. Jeder der eine Kampfkunst richtig ausüben möchte, muss bereit sein, an sich und seinem Körper zu arbeiten. Im Taekwondo gibt es dafür verschiedene Disziplinen. Es gibt die Grundschule. Hier werden alle Techniken und Bewegungsabläufe wiederholt. Bei dieser Kampfkunst handelt es sich um keine Vollkontaktsportart. Es sei denn es handelt sich um Wettkampftraining. Dies ist die Vorbereitung für einen echten Kampf und es wird mit Schutzausrüstung trainiert. Abhängig von der Taekwondo Stilrichtung mit Weste, Kopfschutz, Tiefschutz, Ellenbogenschoner, Zahnschutz, Schienbeinschoner, Fußschutz und Handschutz. Wer sich nicht auf den Wettkampf spezialisieren will, hat die Möglichkeit Formen zu laufen. Hierbei handelt es sich um feste Bewegungsabläufe, die eine Verteidigung bei vier Gegnern simuliert.

Unterschiedliche Stilrichtungen

Im Taekwondo werden zwei Haupt-Stilrichtungen unterschieden. Die WTF (World-Taekwondo-Federation) und die ITF (International-Taekwondo-Federation). Hieraus ergeben sich jedoch noch weitere Stilrichtungen, wie z. B. die DTU (Deutsche Taekwondo Union). Die unterschiedlichen Stilrichtungen kommen im Formenlauf und im Wettkampf zum Tragen. In der Stilrichtung WTF werden Poomse Formen gelaufen und in der Stilrichtung ITF Hyeong und Tul. Im Taekwondo trainiert man komplett in weißer Kleidung. Je nach Graduierung tragen die Schüler verschiedene Gürtel. Mit dem Weißen fängt es an. Bis zum nächsten Gurt gibt es immer einen Zwischenschritt. Der nächste Gürtel ist also der weiß-gelbe, danach der gelbe. Gefolgt von grün, grün-blau, blau, blau-rot, rot, rot-schwarz und dem ersten schwarzen Gürtel, dem ersten Dan. Bis zum fünften Dan müssen Prüfungen abgelegt werden. Vom fünften bis zum neunten Dan können die Gürtel auch verliehen werden.

Hapkido

Die Kampfkunst Hapkido gehört zu den bekanntesten koreanischen Kampfkünsten. Hapkido bedient sich viel den Hebeltechniken. Für die Zuschauer sieht das Abwehren von Angriffen recht einfach aus, weil der Angegriffene oft nur dasteht und eine Handbewegung macht. Die Bewegungen finden überwiegend kreisförmig statt und werden fließend ausgeübt. Hinzu kommen Tritttechniken sowie Schlag- und Wurftechniken. Diese werden je nach Stil angewendet. Hapkido steht für Hap (verbindet Geist und Seele), Ki (steht für Lebensenergie) und Do (steht für den Weg oder die Lehre). Mit Hapkido können Angriffe aus naher Distanz abgewehrt werden. Da es rein um die richtige Technik und nicht um Kraft geht, eignet sich diese Kampfkunst besonders für Kinder oder auch Menschen, die nicht so viel Kraft haben. Denn die Hebeltechniken sind sehr effektiv, so dass auch ein Kind einen erwachsenen Mann zu Fall bringen kann. Hosin-sul ist eine Stilrichtung. Dies ist die reine Selbstverteidigung durch z. B. Hebelgriffe, Schläge, Stöße und Fußtritte. Es wird zusätzlich gelehrt Angriffe mit Waffen abzuwehren. Die Fallschule ist ein weiterer wichtiger Bestandteil des Hapkido Kampfsportes. Dies ist die Grundlage um bei Partnerübungen richtig fallen zu können. Denn auch das will gelernt werden wenn es zum Freikampf, dem Daeryeon kommt. Genau wie im Taekwondo werden beim Hapkido auch Formen gelaufen. Dies kommt jedoch auf die Stilrichtung an. Nicht alle Hapkido Schüler laufen auch Formen.

Graduierung

Je nach Stilrichtung variiert die Graduierung. Bei der Stilrichtung Hapkido gleichermaßen zehn Kup-Grade, also Farbgurte und auch zehn Dan-Grade, also Schwarzgurte.

Muay Thai

Muay Thai oder auch Thaiboxen genannt ist eine Vollkontaktsportart aus Thailand und ist nicht nur zur Verteidigung gedacht. Inzwischen gibt es aber viele Regeln, sodass diese Kampfkunst einigermaßen kontrolliert ausgeübt werden kann. Es gibt viele verschiedene Verbände. Das sogenannte Clinchen ist ein großer Bestandteil von Muay Thai. Aber auch Ellenbogen und Knie kommen zum Einsatz. Als Sportler muss man sehr abgehärtet sein, denn es gibt so gut wie keine Schutzausrüstung. So ist z. B. der bekannteste Kick der mit dem Schienbein auf den Rippenbereich oder den Oberschenkel. Je nach Graduierung und Regelwerk, können auch Knietritte zulässig sein, die zum Kopf gehen. Das Clinchen findet im Stehen statt. Es wird dabei versucht, den Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen. Eine gängige Methode sind hierbei Tritte mit den Knien gegen den Oberkörper oder die Oberschenkel. Trotz der Regelwerke zählt Muay Thai durch die hohe Verletzungsgefahr durch Ellenbogen- und Kniestöße weltweit zu den härtesten Kampfsportarten. Auch Faustschläge sind zulässig. Der Kopf wird dabei mit dem Faustrücken getroffen. In Thailand sind Thaiboxer sogar Idole, die sehr geachtet sind.

Unerlaubte Techniken

Trotz der hohen Verletzungsgefahr gibt es auch unerlaubte Techniken. Dazu gehören Stöße mit dem Kopf. In der Urform des Thaiboxens war dies noch erlaubt. Liegt der Gegner bereits am Boden, ist ein Nachschlagen verboten. Dies wird jedoch in Thailand gern toleriert. Unerlaubt sind ebenfalls Schläge oder Tritte auf den Hinterkopf, auch auf das Knie und den Unterleib. Genauso sind Schlag- und Tritttechniken nicht erlaubt, die Richtung Genitalien gehen.